Der Amazonas-Regenwald ist in großer Gefahr: Brasilien ist kurz davor, den Schutz seines Regenwaldes auszuhöhlen – wenn wir jetzt nicht handeln, könnte die Lunge unseres Planeten zu großen Teilen einer Verwüstung durch radikalen Kahlschlag zum Opfer fallen.
Dieser Vorstoß hat im ganzen Land Zorn und Proteste hervorgerufen. Und die Spannung steigt – um Kritik niederzuschlagen, haben von der Holzindustrie angeheuerte bewaffnete Schläger mehrere Umweltschützer ermordet. Aber die Bewegung lässt sich nicht kleinkriegen – in vier Tagen werden mutige Ureinwohner gewaltige Proteste in ganz Brasilien veranstalten und Maßnahmen fordern. Aus Insiderkreisen heißt es, dass Präsidentin Dima ein Veto in Erwägung ziehe, um die Gesetzesänderung abzulehnen.
79% der Brasilianer unterstützen Dilmas Veto gegen eine Änderung der Waldschutz-Gesetze und dieser innenpolitische Druck bewegt auch einige Regierungsmitglieder dazu, Dilma dabei zu unterstützen. Wir brauchen aber einen weltweiten Aufschrei der Solidarität mit den Menschen in Brasilien, um Dilma wirklich zu überzeugen. Unsere weltweite Petition wird weit sichtbar auf Spruchbändern zu sehen sein – an der Spitze der gewaltigen Proteste für den Schutz des Regenwaldes. Lassen Sie uns eine Million Unterschriften zusammenbekommen, und den Amazonas-Regenwald zu retten! Unterschreiben Sie die dringende Petition und leiten Sie die Aufforderung an alle weiter, die Sie kennen:
http://www.avaaz.org/de/save_the_amazon_a/?vl
Die Menschen lieben Brasilien! Die Sonne, die Musik, Tanz, Fußball und die Natur – es ist ein Land, das Millionen in aller Welt inspiriert. Das ist der Grund, weshalb die nächste Weltmeisterschaft in Brasilien stattfindet, weshalb Rio die Olympiade 2016 ausrichtet und weshalb der ”Erdgipfel”, eine Konferenz, um das langsame Sterben unseres Planeten zu beenden, im kommenden Jahr in Brasilien stattfindet.
Unser Einsatz könnte nicht wichtiger sein – der Amazonas ist entscheidend für das Leben auf der Erde – 20% unseres Sauerstoffs und 60% unseres Frischwassers kommen aus diesem herrlichen Regenwald. Deshalb ist es so wichtig, dass wir alle zusammenstehen, um ihn zu schützen.
Doch Brasilien ist auch ein Land, das sich rasend schnell entwickelt und das darum kämpft, Millionen Menschen aus der Armut zu befreien. Und der Druck auf die Politiker ist enorm und viele wollen aus finanziellen Gründen der Abholzung zustimmen. Deshalb sind sie in diesen Tagen gefährlich nahe daran, Umweltschutzbestimmungen über den Haufen zu werfen. Einheimische Aktivisten werden ermordet, eingeschüchtert und zum Schwiegen gebracht. Es liegt an den Avaaz-Mitgliedern aus aller Welt, den Brasilianern zur Seite zu stehen ,und die brasilianischen Politiker dazu zu drängen, Stärke zu zeigen.
Viele von uns haben es im eigenen Land miterlebt, wie Wachstum auf Kosten unserer Natur erkauft wird, wie unser Wasser und unsere Luft verschmutzt werden und unsere Wälder sterben.
Doch für Brasilien gibt es eine Alternative. Dilmas Vorgänger hat die Abholzung massiv eingeschränkt und den internationalen Ruf des Landes als Führer beim Umweltschutz – bei gleichzeitigem großen Wirtschaftswachstum – gefestigt. Lassen Sie uns gemeinsam handeln und Dilma drängen in seine Fußstapfen zu treten – unterzeichnen Sie die Petition zur Rettung des Amazonasgebietes!
Quelle: Avaaz.org
Donnerstag, 18. August 2011
Freitag, 12. August 2011
Gentechnik-Seilschaften und ihre Durchhalteversuche
Umfangreiche Feldbefreiungen, auch im gut bewachten Herz der deutschen Gentechnik- Seilschaften, fortwährend schlechte Umfragewerte und immer neue Enthüllungen von Betrügereien über Fälschungen und Schlampereien bis zu Verstößen gegen Sicherheitsauflagen machen der Gentechniklobby offenbar schwer zu schaffen. Laut denken immer mehr Firmen und ProtagonistInnen über den Umzug in gentechnikfreundlichere Staaten (so jedenfalls die Hoffnung) nach – in ständigem Wechsel mit Durchhalteparolen aller Art.
AgrogentechnikerInnen stehen mit dem Rücken an der Wand – argumentativ und real!
Wie tief die Verunsicherung in der nach Profiten gierenden Branche ist, zeigt der aktuelle Rückgriff in triefenden Fundamentalismus: Das, was GentechnikbefürworterInnen ihren GegnerInnen immer vorwerfen, ist bei Lobbyverbänden, Firmen und fördermittelabhängigen ForscherInnen inzwischen selbst zum Alltag geworden. Offenbar fehlen Argumente – und nun kommt auch noch eine Bedrängnis der eigenen Existenz hinzu, denn angesichts ausbleibender Erfolge, ständiger Fehlversuche und den öffentlichen Vorwürfen über Betrug, Fälschungen und Verstößen gegen Auflagen steht das Aus einer Technologie vor der Tür. Die Betroffenen reagieren, wie es einst die Atomlobby tat. Die damaligen Horrorgeschichten von ausgehenden Lichtern sind durch verhungernde Massen ausgetauscht, doch das Prinzip frei erfundener Angstmacherei bleibt gleich. Gleiches gilt für die Diffamierung des Gegners: Diese seien unsachlich, emotional und ideologisch. Doch wer genau hinschaut, erkennt hinter der Fassade dieser Angriffe den eigenen Fundamentalismus der GentechnikbefürworterInnen.
Nun, mit dem Rücken an der Wand, legen sie noch eine Schippe drauf – und bestiegen entschlossen den Höhepunkt rhetorischer Entgleisungen: Die Vergleiche mit dem Nationalssozialismus und die Phrasenmaschine des Terrorismus. Den Anfang machte der Schweizer Professor Klaus Ammann. Er ist keineswegs der unabhängige “Ökologieprofessor”, als der er von den GentechniklobbyistInnen oft beschrieben und, z.B. beim Thesenanschlag vor der Greenpeacezentrale in Hamburg oder als scheinbar neutraler Referent bei einer Gentechnik-Werbeveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, vorgeschickt wird.
Vielmehr arbeitete er im Dienst von Monsanto, ist zentrale Figur in mehreren internationalen Lobbyverbänden wie der European Federation of Biotechnology (EFB) und der Public Research & Regulation Initiative (PRRI), und gründete mit anderen Lobbyisten zusammen den deutschen Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik (WGG). Ammann war der erste, der die Kritik an der Gentechnik mit Hetze und Vernichtung der Juden im Dritten Reich verglich.
Auf einem Pressegespräch “Nutzung der Grünen Gentechnik ist ethisch geboten!“ des Forums Grüne Vernunft behauptete Ammann, mit GentechnikkritikerInnen wäre Reden nicht möglich. Er könne das nur eine „ökofaschistische Grundhaltung“ nennen und fühle sich wegen der ständigen Kritik als „Genjude” – welch ein absurder Vergleich angesichts dessen, dass Ammann & Co. ihre bei der Bevölkerung überwiegend unerwünschte Arbeit in gut ausgestatteten, staatlichen Universitäten, mit (oft ergaunerten) Fördermillionen aus Steuergeldern und von staatlichen Ordnungstruppen und Gerichten verteidigt durchführen können. Trotzdem verbindet Ammann seine eigene ideologische Hetze noch mit dem Vorwurf, seiner KritikerInnen hätten “generell kein Fachwissen” und verträten nur “ideologische Positionen” (Quelle: Gen-ethischer Informationsdienst Juni 2011, S. 40f.).
Wenige Tage nach Ammann folgte Andreas Sentker. Er ist Ressortleiter Wissen bei der ZEIT. Viele seiner Texte strotzten bereits früher vor Ideologie, mitunter konnten ihm kapitale Fehler nachgewiesen werden. Nach den Feldbefreiungen des Juli 2011 servierte er seinen LeserInnen eine eigene Art von Fundamentalismus: Feldbefreiung sei Terror! Die Belohnung für diese Art von “Sachlichkeit” kam prompt: Sentker erhält den diesjährigen Journalismuspreis der Lobbyorganisation “InnoPlanta” – laut Ausschreibung für besonder objektiven Journalismus.
Schließlich schlug der Medizinwissenschaftler Reinhard Szibor von der Uni Magdeburg in die gleiche Kerbe und verband die wirren Vergleiche mit dem Nationalsozialismus mit vermeintlich brutaler Gewalt und ebenfalls den Phrasen von Terrorismus. Bei den Feldbefreiungen hätte mittels “massiver Gewalt gegen Personen” (obwohl nirgends von irgendwelchen Auseinandersetzungen oder Verletzungen berichtet wurde) der “Ökoterrorismus … eine neue Dimension angenommen”, schrieb Szibor in einem Leserbrief, der in der stets der Agrogentechnik wohlgesonnenen Tageszeitung “Volksstimme” einen guten Platz erhielt. Szibor witterte den “Rechtsstaat in Gefahr” – meinte damit aber nicht die Betrügereien und Fälschungen bei Genehmigungen und Förderanträgen für Genversuchsfelder, auch nicht die ständigen Abweichungen von Sicherheitsauflagen, sondern den Protest. Wer das Ende von Genfeldern fordere, handele im Sinne von “Terroristen”.
Dann hagelt es die üblichen NS-Vergleiche. Ob es “dann auch gut ins Bild passen würde, die einschlägigen wissenschaftlichen Bücher zu verbrennen”, zitiert Szibor den sich als “Genjude” verfolgt sehenden Ammann. Was er dabei vergaß: Es waren die Gentechnik-LobbyistInnen von InnoPlanta & Co., die die kritische Veröffentlichung “Organisierte Unverantwortlichkeit” verbieten wollten! Die MacherInnen der jetzt zerstörten Felder untersagten kritische Veranstaltungen an ihren Universitäten. Szibor packte noch einen Nazi-Vergleich obendrauf und verwies auf die Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volkhard, die auch seit Jahren – obwohl ebenfalls nicht vom Fach – mit fundamentalistisch-ideologischen Beiträgen für die Agrogentechnik streitet. Sie beklagte, “dass aus Deutschland schon wieder Wissenschaftler in die USA emigrieren, weil hier die Forschungsfreiheit eingeschränkt wird”. Offenbar wollen sich die tatsächlich eher nach neuen Geldquellen jagenden WissenschaftlerInnen gerne in der Tradition von Einstein oder Oppenheimer suhlen und phantasieren “politische Überregulierungen und die terrorismusfördernden Hasskampagnen in unserem Lande” herbei. Terrorismusfördernde Hasskampagnen – auch das gefiel dem Lobbyverband InnoPlanta sofort. Auch Szibor und Nüsslein-Volhard erhalten je einen InnoPlanta-Preis im Jahr 2011 – das Triumvirat von Hetze und Fundamentalismus ist komplett!
InnoPlanta-Forum 2011: Seilschaften und Hetze? Am 5. und 6. September werden die benannten drei InnoPlanta-Preise vergeben für die Hetze über Terror und Vergleiche mit dem Nationalsozialismus. Drumherum findet ein Tagungsprogramm im wichtigsten Zentrum der Agrogentechnik in Deutschland statt, dem ursprünglich als UN-Nachhaltigkeitsprojekt sanierten, aber dann von den Gentechnik-Seilschaften übernommenen Hofgut von Üplingen. Direkt benachbart liegt der Schaugarten Üplingen, wo für gentechnisch veränderte Pflanzen geworden wird. Die Hälfte aller 2011 angemeldeten Felder waren hier geplant. Sie dienen allein der Propaganda – inmitten der sensiblen Börde, oft auch als Wiege der Saatzucht bezeichnet.
GentechnikkritikerInnen haben Protest angekündigt – und so werden die beiden Tage im beginnenden Herbst zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Seiten. Mit neuerlicher Hetze gegen die Protestierenden ist zu rechnen.
Quelle: ngo-online
AgrogentechnikerInnen stehen mit dem Rücken an der Wand – argumentativ und real!
Wie tief die Verunsicherung in der nach Profiten gierenden Branche ist, zeigt der aktuelle Rückgriff in triefenden Fundamentalismus: Das, was GentechnikbefürworterInnen ihren GegnerInnen immer vorwerfen, ist bei Lobbyverbänden, Firmen und fördermittelabhängigen ForscherInnen inzwischen selbst zum Alltag geworden. Offenbar fehlen Argumente – und nun kommt auch noch eine Bedrängnis der eigenen Existenz hinzu, denn angesichts ausbleibender Erfolge, ständiger Fehlversuche und den öffentlichen Vorwürfen über Betrug, Fälschungen und Verstößen gegen Auflagen steht das Aus einer Technologie vor der Tür. Die Betroffenen reagieren, wie es einst die Atomlobby tat. Die damaligen Horrorgeschichten von ausgehenden Lichtern sind durch verhungernde Massen ausgetauscht, doch das Prinzip frei erfundener Angstmacherei bleibt gleich. Gleiches gilt für die Diffamierung des Gegners: Diese seien unsachlich, emotional und ideologisch. Doch wer genau hinschaut, erkennt hinter der Fassade dieser Angriffe den eigenen Fundamentalismus der GentechnikbefürworterInnen.
Nun, mit dem Rücken an der Wand, legen sie noch eine Schippe drauf – und bestiegen entschlossen den Höhepunkt rhetorischer Entgleisungen: Die Vergleiche mit dem Nationalssozialismus und die Phrasenmaschine des Terrorismus. Den Anfang machte der Schweizer Professor Klaus Ammann. Er ist keineswegs der unabhängige “Ökologieprofessor”, als der er von den GentechniklobbyistInnen oft beschrieben und, z.B. beim Thesenanschlag vor der Greenpeacezentrale in Hamburg oder als scheinbar neutraler Referent bei einer Gentechnik-Werbeveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, vorgeschickt wird.
Vielmehr arbeitete er im Dienst von Monsanto, ist zentrale Figur in mehreren internationalen Lobbyverbänden wie der European Federation of Biotechnology (EFB) und der Public Research & Regulation Initiative (PRRI), und gründete mit anderen Lobbyisten zusammen den deutschen Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik (WGG). Ammann war der erste, der die Kritik an der Gentechnik mit Hetze und Vernichtung der Juden im Dritten Reich verglich.
Auf einem Pressegespräch “Nutzung der Grünen Gentechnik ist ethisch geboten!“ des Forums Grüne Vernunft behauptete Ammann, mit GentechnikkritikerInnen wäre Reden nicht möglich. Er könne das nur eine „ökofaschistische Grundhaltung“ nennen und fühle sich wegen der ständigen Kritik als „Genjude” – welch ein absurder Vergleich angesichts dessen, dass Ammann & Co. ihre bei der Bevölkerung überwiegend unerwünschte Arbeit in gut ausgestatteten, staatlichen Universitäten, mit (oft ergaunerten) Fördermillionen aus Steuergeldern und von staatlichen Ordnungstruppen und Gerichten verteidigt durchführen können. Trotzdem verbindet Ammann seine eigene ideologische Hetze noch mit dem Vorwurf, seiner KritikerInnen hätten “generell kein Fachwissen” und verträten nur “ideologische Positionen” (Quelle: Gen-ethischer Informationsdienst Juni 2011, S. 40f.).
Wenige Tage nach Ammann folgte Andreas Sentker. Er ist Ressortleiter Wissen bei der ZEIT. Viele seiner Texte strotzten bereits früher vor Ideologie, mitunter konnten ihm kapitale Fehler nachgewiesen werden. Nach den Feldbefreiungen des Juli 2011 servierte er seinen LeserInnen eine eigene Art von Fundamentalismus: Feldbefreiung sei Terror! Die Belohnung für diese Art von “Sachlichkeit” kam prompt: Sentker erhält den diesjährigen Journalismuspreis der Lobbyorganisation “InnoPlanta” – laut Ausschreibung für besonder objektiven Journalismus.
Schließlich schlug der Medizinwissenschaftler Reinhard Szibor von der Uni Magdeburg in die gleiche Kerbe und verband die wirren Vergleiche mit dem Nationalsozialismus mit vermeintlich brutaler Gewalt und ebenfalls den Phrasen von Terrorismus. Bei den Feldbefreiungen hätte mittels “massiver Gewalt gegen Personen” (obwohl nirgends von irgendwelchen Auseinandersetzungen oder Verletzungen berichtet wurde) der “Ökoterrorismus … eine neue Dimension angenommen”, schrieb Szibor in einem Leserbrief, der in der stets der Agrogentechnik wohlgesonnenen Tageszeitung “Volksstimme” einen guten Platz erhielt. Szibor witterte den “Rechtsstaat in Gefahr” – meinte damit aber nicht die Betrügereien und Fälschungen bei Genehmigungen und Förderanträgen für Genversuchsfelder, auch nicht die ständigen Abweichungen von Sicherheitsauflagen, sondern den Protest. Wer das Ende von Genfeldern fordere, handele im Sinne von “Terroristen”.
Dann hagelt es die üblichen NS-Vergleiche. Ob es “dann auch gut ins Bild passen würde, die einschlägigen wissenschaftlichen Bücher zu verbrennen”, zitiert Szibor den sich als “Genjude” verfolgt sehenden Ammann. Was er dabei vergaß: Es waren die Gentechnik-LobbyistInnen von InnoPlanta & Co., die die kritische Veröffentlichung “Organisierte Unverantwortlichkeit” verbieten wollten! Die MacherInnen der jetzt zerstörten Felder untersagten kritische Veranstaltungen an ihren Universitäten. Szibor packte noch einen Nazi-Vergleich obendrauf und verwies auf die Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volkhard, die auch seit Jahren – obwohl ebenfalls nicht vom Fach – mit fundamentalistisch-ideologischen Beiträgen für die Agrogentechnik streitet. Sie beklagte, “dass aus Deutschland schon wieder Wissenschaftler in die USA emigrieren, weil hier die Forschungsfreiheit eingeschränkt wird”. Offenbar wollen sich die tatsächlich eher nach neuen Geldquellen jagenden WissenschaftlerInnen gerne in der Tradition von Einstein oder Oppenheimer suhlen und phantasieren “politische Überregulierungen und die terrorismusfördernden Hasskampagnen in unserem Lande” herbei. Terrorismusfördernde Hasskampagnen – auch das gefiel dem Lobbyverband InnoPlanta sofort. Auch Szibor und Nüsslein-Volhard erhalten je einen InnoPlanta-Preis im Jahr 2011 – das Triumvirat von Hetze und Fundamentalismus ist komplett!
InnoPlanta-Forum 2011: Seilschaften und Hetze? Am 5. und 6. September werden die benannten drei InnoPlanta-Preise vergeben für die Hetze über Terror und Vergleiche mit dem Nationalsozialismus. Drumherum findet ein Tagungsprogramm im wichtigsten Zentrum der Agrogentechnik in Deutschland statt, dem ursprünglich als UN-Nachhaltigkeitsprojekt sanierten, aber dann von den Gentechnik-Seilschaften übernommenen Hofgut von Üplingen. Direkt benachbart liegt der Schaugarten Üplingen, wo für gentechnisch veränderte Pflanzen geworden wird. Die Hälfte aller 2011 angemeldeten Felder waren hier geplant. Sie dienen allein der Propaganda – inmitten der sensiblen Börde, oft auch als Wiege der Saatzucht bezeichnet.
GentechnikkritikerInnen haben Protest angekündigt – und so werden die beiden Tage im beginnenden Herbst zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Seiten. Mit neuerlicher Hetze gegen die Protestierenden ist zu rechnen.
Quelle: ngo-online
Samstag, 23. Juli 2011
Neues Portal gegen den Etikettenschwindel im Lebensmittelbereich
Im Zeitalter von Analogkäse, Klebeschinken und ESL-Milch sind Hintergrundinformationen rund um Lebensmittel und deren Zutaten nötiger denn je. Hier setzt das neue Portal lebensmittelklarheit.de an – es gibt Verbrauchern aber auch Gelegenheit, Produkte zu melden, bei denen sie sich durch die Aufmachung oder Kennzeichnung getäuscht oder irregeführt fühlen.
Denn genau das ist angesichts vollmundiger Werbeversprechen und klangvoller Bezeichnungen häufig der Fall – falsche Erwartungen verlocken zum Kauf. Das neue Portal lebensmittelklarheit.de soll nun für mehr Durchblick sorgen: Es bietet Hintergrundinformationen für Verbraucher, die sich über die geltenden Vorschriften und gesetzlichen Regelungen in Sachen Lebensmittel-Kennzeichnung schlaumachen möchten.
Fragen gibt’s genug: Wie viel Leber muss in einer Leberwurst enthalten sein? Darf Schafskäse aus Kuhmilch gewonnen werden? Und muss Bananenschokolade Bananen enthalten? In einem Diskussionsbereich haben Nutzer zudem die Möglichkeit, sich mit Experten in Chats und Foren zum Thema Lebensmittel-Kennzeichnung auszutauschen. Begleitende Marktuntersuchungen und Verbraucherbefragungen sollen die im Internet gewonnenen Erkenntnisse überprüfen.
Das eigentliche Herzstück der Seite ist jedoch der „Produktbezogene Bereich“, den die Lebensmittelindustrie einen „Internet-Pranger“ nennt und gegen den sie seit Monaten Stimmung macht: Hier können Verbraucher konkrete Produktbeispiele melden, bei denen sie sich durch die Aufmachung oder Kennzeichnung getäuscht oder irregeführt sehen. Lebensmittel-Experten der Verbraucherzentrale Hessen, die gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband für lebensmittelklarheit.de inhaltlich verantwortlich ist, nehmen die eingereichten Beispiele dann unter die Lupe und beurteilen, ob beim gemeldeten Produkt Täuschungspotenzial besteht oder nicht. Wenn ja, gehen die entsprechenden Beschwerden unter Nennung des konkreten Produkts, mitsamt Produktbild und einer Einschätzung durch die Verbraucherschützer online. Der Hersteller bekommt Gelegenheit, binnen einer Frist eine Stellungnahme abzugeben; auch diese wird veröffentlicht.
Demnächst könnte in dieser unrühmlichen Aufzählung also der Joghurt vertreten sein, auf dessen Deckel Früchte abgebildet sind, der aber laut Zutatenverzeichnis statt Früchten nur natürliche Aromen enthält. Oder eine Speiseöl-Flasche, die den Eindruck vermittelt, es handle sich beim Inhalt um Sonnenblumenöl, bei der aber die botanische Herkunft des Öls nicht angegeben wird. Oder der Angebotsprospekt eines Händlers, der eine Seite mit „Angeboten aus unserer Region“ enthält, wobei nicht alle dort dargestellten Produkte aus der Region stammen.
Die Verbraucherschützer wissen allerdings: „Wenn Verbraucher sich durch die Art der Aufmachung getäuscht fühlen, muss es sich nicht unbedingt um Rechtsverstöße handeln.“ Das ist auch der Hauptgrund für die Lebensmittelindustrie, gegen die neue Seite Sturm zu laufen: Es sei nicht akzeptabel, dass Produkte, die rechtlich in Ordnung sind, auf der Internetseite auftauchen, nur weil sich Verbraucher getäuscht fühlten oder nicht genügend Hintergrundwissen hätten.
Die Industrie läuft Sturm gegen das Portal
Die Industrie fürchtet das Portal aber auch aus einem anderen Grund: Die Hersteller wittern drohende weitere Verschärfungen der Lebensmittel-Kennzeichnungspflicht, die Verbraucherschützer schon längst fordern. Die neue Internetseite solle „aufdecken, in welchen Fällen Rechtsvorschriften nicht ausreichen oder nicht konkret genug sind, um eine Verbrauchertäuschung auszuschließen“, heißt es denn auch im Projektvorstellungs-Papier der Verbraucherzentrale Hessen. Und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hofft ganz offiziell darauf, dass die Politik durch das neue Portal erfahre, „wo die Verbraucher der Schuh drückt“. Schließlich ist lebensmittelklarheit.de Teil der Ministeriums-Initiative „Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln“ und wird durch Ministeriumsgelder gefördert.
Wie erfolgreich die neue Seite sein wird, ist noch offen. Doch ein Blick auf www.abgespeist.de zeigt schon einmal, was möglich ist: „Denn Etiketten lügen wie gedruckt“ lautet der Untertitel der Seite, mit der Foodwatch die „Werbelügen auf Lebensmitteln“ entlarvt. Regelmäßig hinterfragt die Verbraucherschutz-Organisation, was Lebensmittelpackungen, Aufkleber und Etiketten versprechen – und scheut sich nicht, ihre für die Hersteller oft wenig schmeichelhaften Erkenntnisse publikumswirksam öffentlich zu machen. So bekam Ferrero für „den unverantwortlichen Versuch, die fett- und zuckerreiche Milch-Schnitte als ,leichte’ Zwischenmahlzeit zu verkaufen“, den „Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge 2011“ verliehen. Aber auch zahlreiche andere Lebensmittel und deren Produzenten hatten schon die zweifelhafte Ehre, genannt zu werden – in manchem Fall führte der öffentliche Protest von Verbrauchern sogar schon zur Änderung von Etiketten oder Rezepturen.
Quelle: geldsparen.de
Über folgende Portale können sich Verbraucher informieren und Einfluss nehmen:
www.foodwatch.de
http://www.lebensmittelklarheit.de
www.abgespeist.de
Denn genau das ist angesichts vollmundiger Werbeversprechen und klangvoller Bezeichnungen häufig der Fall – falsche Erwartungen verlocken zum Kauf. Das neue Portal lebensmittelklarheit.de soll nun für mehr Durchblick sorgen: Es bietet Hintergrundinformationen für Verbraucher, die sich über die geltenden Vorschriften und gesetzlichen Regelungen in Sachen Lebensmittel-Kennzeichnung schlaumachen möchten.
Fragen gibt’s genug: Wie viel Leber muss in einer Leberwurst enthalten sein? Darf Schafskäse aus Kuhmilch gewonnen werden? Und muss Bananenschokolade Bananen enthalten? In einem Diskussionsbereich haben Nutzer zudem die Möglichkeit, sich mit Experten in Chats und Foren zum Thema Lebensmittel-Kennzeichnung auszutauschen. Begleitende Marktuntersuchungen und Verbraucherbefragungen sollen die im Internet gewonnenen Erkenntnisse überprüfen.
Das eigentliche Herzstück der Seite ist jedoch der „Produktbezogene Bereich“, den die Lebensmittelindustrie einen „Internet-Pranger“ nennt und gegen den sie seit Monaten Stimmung macht: Hier können Verbraucher konkrete Produktbeispiele melden, bei denen sie sich durch die Aufmachung oder Kennzeichnung getäuscht oder irregeführt sehen. Lebensmittel-Experten der Verbraucherzentrale Hessen, die gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband für lebensmittelklarheit.de inhaltlich verantwortlich ist, nehmen die eingereichten Beispiele dann unter die Lupe und beurteilen, ob beim gemeldeten Produkt Täuschungspotenzial besteht oder nicht. Wenn ja, gehen die entsprechenden Beschwerden unter Nennung des konkreten Produkts, mitsamt Produktbild und einer Einschätzung durch die Verbraucherschützer online. Der Hersteller bekommt Gelegenheit, binnen einer Frist eine Stellungnahme abzugeben; auch diese wird veröffentlicht.
Demnächst könnte in dieser unrühmlichen Aufzählung also der Joghurt vertreten sein, auf dessen Deckel Früchte abgebildet sind, der aber laut Zutatenverzeichnis statt Früchten nur natürliche Aromen enthält. Oder eine Speiseöl-Flasche, die den Eindruck vermittelt, es handle sich beim Inhalt um Sonnenblumenöl, bei der aber die botanische Herkunft des Öls nicht angegeben wird. Oder der Angebotsprospekt eines Händlers, der eine Seite mit „Angeboten aus unserer Region“ enthält, wobei nicht alle dort dargestellten Produkte aus der Region stammen.
Die Verbraucherschützer wissen allerdings: „Wenn Verbraucher sich durch die Art der Aufmachung getäuscht fühlen, muss es sich nicht unbedingt um Rechtsverstöße handeln.“ Das ist auch der Hauptgrund für die Lebensmittelindustrie, gegen die neue Seite Sturm zu laufen: Es sei nicht akzeptabel, dass Produkte, die rechtlich in Ordnung sind, auf der Internetseite auftauchen, nur weil sich Verbraucher getäuscht fühlten oder nicht genügend Hintergrundwissen hätten.
Die Industrie läuft Sturm gegen das Portal
Die Industrie fürchtet das Portal aber auch aus einem anderen Grund: Die Hersteller wittern drohende weitere Verschärfungen der Lebensmittel-Kennzeichnungspflicht, die Verbraucherschützer schon längst fordern. Die neue Internetseite solle „aufdecken, in welchen Fällen Rechtsvorschriften nicht ausreichen oder nicht konkret genug sind, um eine Verbrauchertäuschung auszuschließen“, heißt es denn auch im Projektvorstellungs-Papier der Verbraucherzentrale Hessen. Und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hofft ganz offiziell darauf, dass die Politik durch das neue Portal erfahre, „wo die Verbraucher der Schuh drückt“. Schließlich ist lebensmittelklarheit.de Teil der Ministeriums-Initiative „Klarheit und Wahrheit bei der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln“ und wird durch Ministeriumsgelder gefördert.
Wie erfolgreich die neue Seite sein wird, ist noch offen. Doch ein Blick auf www.abgespeist.de zeigt schon einmal, was möglich ist: „Denn Etiketten lügen wie gedruckt“ lautet der Untertitel der Seite, mit der Foodwatch die „Werbelügen auf Lebensmitteln“ entlarvt. Regelmäßig hinterfragt die Verbraucherschutz-Organisation, was Lebensmittelpackungen, Aufkleber und Etiketten versprechen – und scheut sich nicht, ihre für die Hersteller oft wenig schmeichelhaften Erkenntnisse publikumswirksam öffentlich zu machen. So bekam Ferrero für „den unverantwortlichen Versuch, die fett- und zuckerreiche Milch-Schnitte als ,leichte’ Zwischenmahlzeit zu verkaufen“, den „Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge 2011“ verliehen. Aber auch zahlreiche andere Lebensmittel und deren Produzenten hatten schon die zweifelhafte Ehre, genannt zu werden – in manchem Fall führte der öffentliche Protest von Verbrauchern sogar schon zur Änderung von Etiketten oder Rezepturen.
Quelle: geldsparen.de
Über folgende Portale können sich Verbraucher informieren und Einfluss nehmen:
www.foodwatch.de
http://www.lebensmittelklarheit.de
www.abgespeist.de
Sponsoren der Power-Boot-Rennen missachten freiwillige Vereinbarung zum Schutz der Wismarbucht
Lärmendes Spektakel - BUND fordert Verbot der Power-Boot-Rennen in der Wismarbucht vor Boltenhagen
Die Wismarbucht ist eines der bedeutendsten europäischen Schutzgebiete für bedrohte Vögel und Säugetiere an der Ostsee und vom Land Mecklenburg-Vorpommern als solches an die Europäische Kommission gemeldet und dort bestätigt worden. Vor sechs Jahren haben sich Nutzer der Wismarbucht mit der Umweltverwaltung des Landes auf eine freiwillige Vereinbarung verständigt, mit der sie sich verpflichten, das wertvolle Meeresgebiet schonend zu behandeln und damit dessen Naturschutz- und Erholungswert langfristig zu sichern
Aus Anlass des für Ende Juli (29.-31.7.2011) geplanten Power-Boot-Rennens („Poker-Run Weiße Wieck Boltenhagen“) in der Wismarbucht vor Boltenhagen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, bei Veranstaltern, Sponsoren und Genehmigungsbehörde, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck, gegen die Durchführung der Veranstaltung protestiert und ein generelles Verbot derartiger Rennen in der Wismarbucht gefordert.
Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND, äußert sich wie folgt:
„Einzelne Veranstalter und Sponsoren irren sich, wenn sie glauben, dass die hiesigen Küstengewässer eine Rennstrecke für adrenalinhungrige Geschwindigkeitsfanatiker sind. Power-Boot-Rennen verlärmen die Meeresumwelt, beunruhigen und vertreiben hochgradig geschützte Meerestiere, wie Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben. Diese Auswüchse der Spaßgesellschaft führen auf schnellstem Wege dazu, dass der Ruf der Wismarbucht als Urlaubsort für Naturfreunde ruiniert wird. Die Vereinbarung zwischen Wassersportlern, Anglern und Umweltbehörden zum Schutz der Wismarbucht wird damit zur Makulatur.“
Gegenüber dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck reklamiert der BUND, dass die Verträglichkeit des Bootsrennens mit den Naturschutzzielen des Gebietes nicht ausreichend untersucht wurde. Damit hat sich die Behörde über Naturschutzrecht hinweggesetzt. Auch sind die Umweltbehörden und Naturschutzverbände nicht umfassend angehört worden.
Besonders unverständlich ist aus Sicht des BUND, dass sich die TUI AG - Betreiberin des Hotelkomplexes "Weiße Wiek" Boltenhagen - als Hauptsponsor der umweltschädigenden Veranstaltung betätigt. Mit einer eigenen Abteilung "Umweltmanagement" versucht der Konzern das Bild eines Konzerns zu vermitteln, der sich für Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität einsetzt. So heißt es auf der Internetseite der TUI AG: "Unsere strategische Zielsetzung ist nicht die kurzfristige Vermarktung von Schutzgebieten, sondern die langfristige dauerhafte InWertsetzung von biologischer Vielfalt als das Natur-Kapitalvermögen von Urlaubsregionen, um damit die natürlichen Grundlagen des Tourismus zu erhalten." Nach Auffassung des BUND wirken Power-Boot-Rennen in der Wismarbucht dieser Zielstellung eindeutig entgegen.
Jan Barkowski, Meeresschutzexperte und Mitarbeiter im BUND-Projekt „Das Grüne Band an der Ostsee“:
„Der BUND fordert seit langem die Einstellung von Power-Boot-Rennen auf der Ostsee. Besonders in den NATURA-2000 Schutzgebieten dürfen solche Veranstaltungen nicht stattfinden. Im Fall der Wismarbucht kommt es zur Gefährdung vieler Vogelarten, die sich derzeit in der Mauser befinden und somit flugunfähig sind. Die Bundes- und Landespolitik muss hier ganz klare Grenzen setzen.“
Hintergrund:
Nach den Veranstaltungen in den Jahren 2009 und 2010 soll nun zum dritten Mal eine Power-Boot-Rennveranstaltung auf den Küstengewässern vor Boltenhagen stattfinden. Im Rahmenprogramm sind ebenfalls Hubschrauberrundflüge geplant. Veranstalter sind unter anderem Unternehmen, wie die „Offshore Performance Ibiza“ mit Sitz auf der größtenteils auf Massentourismus ausgerichteten spanischen Insel. Diese Unternehmen wollen nach eigenen Aussagen „die Boatshow in Boltenhagen zu einer festen Institution für alle machen, die das Interesse für die schnellen Boote teilen.“ Hauptsponsor der Power-Boot-Rennen auf der Wismarbucht ist die TUI AG, die vor Ort mehrere Hotels betreibt. Das weltweit agierende Reiseunternehmen wirbt für sich mit einer eigenen Abteilung "Umweltmanagement", die sich für Klimaschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt engagieren will: http://www.tui-group.com/de/nachhaltigkeit/umweltmanagement
Auch in diesem Jahr sollen rund 11 Meter lange Boote mit einer Leistung von bis zu 2000 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h an den Start gehen. Dabei reden die Veranstalter gern, um die Konflikte mit der Meeresumwelt zu verharmlosen, bei den so genannten „Poker-Runs“ von Geschicklichkeitsrennen, bei denen es nicht laut zugehe. Ihre eigenen Veranstaltungsberichte und Werbungen sind jedoch gezielt auf das Erleben von PS-starken Motoren und Hochgeschwindigkeit ausgerichtet. Da heißt es „100 Meilen Adrenalin“ oder „unvergesslichen 100mph Geschwindigkeitsrausch“, nachzulesen unter http://www.pokerrun-boltenhagen.de/
Quelle: BUND SN
Die Wismarbucht ist eines der bedeutendsten europäischen Schutzgebiete für bedrohte Vögel und Säugetiere an der Ostsee und vom Land Mecklenburg-Vorpommern als solches an die Europäische Kommission gemeldet und dort bestätigt worden. Vor sechs Jahren haben sich Nutzer der Wismarbucht mit der Umweltverwaltung des Landes auf eine freiwillige Vereinbarung verständigt, mit der sie sich verpflichten, das wertvolle Meeresgebiet schonend zu behandeln und damit dessen Naturschutz- und Erholungswert langfristig zu sichern
Aus Anlass des für Ende Juli (29.-31.7.2011) geplanten Power-Boot-Rennens („Poker-Run Weiße Wieck Boltenhagen“) in der Wismarbucht vor Boltenhagen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, bei Veranstaltern, Sponsoren und Genehmigungsbehörde, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck, gegen die Durchführung der Veranstaltung protestiert und ein generelles Verbot derartiger Rennen in der Wismarbucht gefordert.
Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND, äußert sich wie folgt:
„Einzelne Veranstalter und Sponsoren irren sich, wenn sie glauben, dass die hiesigen Küstengewässer eine Rennstrecke für adrenalinhungrige Geschwindigkeitsfanatiker sind. Power-Boot-Rennen verlärmen die Meeresumwelt, beunruhigen und vertreiben hochgradig geschützte Meerestiere, wie Schweinswale, Seehunde und Kegelrobben. Diese Auswüchse der Spaßgesellschaft führen auf schnellstem Wege dazu, dass der Ruf der Wismarbucht als Urlaubsort für Naturfreunde ruiniert wird. Die Vereinbarung zwischen Wassersportlern, Anglern und Umweltbehörden zum Schutz der Wismarbucht wird damit zur Makulatur.“
Gegenüber dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck reklamiert der BUND, dass die Verträglichkeit des Bootsrennens mit den Naturschutzzielen des Gebietes nicht ausreichend untersucht wurde. Damit hat sich die Behörde über Naturschutzrecht hinweggesetzt. Auch sind die Umweltbehörden und Naturschutzverbände nicht umfassend angehört worden.
Besonders unverständlich ist aus Sicht des BUND, dass sich die TUI AG - Betreiberin des Hotelkomplexes "Weiße Wiek" Boltenhagen - als Hauptsponsor der umweltschädigenden Veranstaltung betätigt. Mit einer eigenen Abteilung "Umweltmanagement" versucht der Konzern das Bild eines Konzerns zu vermitteln, der sich für Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität einsetzt. So heißt es auf der Internetseite der TUI AG: "Unsere strategische Zielsetzung ist nicht die kurzfristige Vermarktung von Schutzgebieten, sondern die langfristige dauerhafte InWertsetzung von biologischer Vielfalt als das Natur-Kapitalvermögen von Urlaubsregionen, um damit die natürlichen Grundlagen des Tourismus zu erhalten." Nach Auffassung des BUND wirken Power-Boot-Rennen in der Wismarbucht dieser Zielstellung eindeutig entgegen.
Jan Barkowski, Meeresschutzexperte und Mitarbeiter im BUND-Projekt „Das Grüne Band an der Ostsee“:
„Der BUND fordert seit langem die Einstellung von Power-Boot-Rennen auf der Ostsee. Besonders in den NATURA-2000 Schutzgebieten dürfen solche Veranstaltungen nicht stattfinden. Im Fall der Wismarbucht kommt es zur Gefährdung vieler Vogelarten, die sich derzeit in der Mauser befinden und somit flugunfähig sind. Die Bundes- und Landespolitik muss hier ganz klare Grenzen setzen.“
Hintergrund:
Nach den Veranstaltungen in den Jahren 2009 und 2010 soll nun zum dritten Mal eine Power-Boot-Rennveranstaltung auf den Küstengewässern vor Boltenhagen stattfinden. Im Rahmenprogramm sind ebenfalls Hubschrauberrundflüge geplant. Veranstalter sind unter anderem Unternehmen, wie die „Offshore Performance Ibiza“ mit Sitz auf der größtenteils auf Massentourismus ausgerichteten spanischen Insel. Diese Unternehmen wollen nach eigenen Aussagen „die Boatshow in Boltenhagen zu einer festen Institution für alle machen, die das Interesse für die schnellen Boote teilen.“ Hauptsponsor der Power-Boot-Rennen auf der Wismarbucht ist die TUI AG, die vor Ort mehrere Hotels betreibt. Das weltweit agierende Reiseunternehmen wirbt für sich mit einer eigenen Abteilung "Umweltmanagement", die sich für Klimaschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt engagieren will: http://www.tui-group.com/de/nachhaltigkeit/umweltmanagement
Auch in diesem Jahr sollen rund 11 Meter lange Boote mit einer Leistung von bis zu 2000 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h an den Start gehen. Dabei reden die Veranstalter gern, um die Konflikte mit der Meeresumwelt zu verharmlosen, bei den so genannten „Poker-Runs“ von Geschicklichkeitsrennen, bei denen es nicht laut zugehe. Ihre eigenen Veranstaltungsberichte und Werbungen sind jedoch gezielt auf das Erleben von PS-starken Motoren und Hochgeschwindigkeit ausgerichtet. Da heißt es „100 Meilen Adrenalin“ oder „unvergesslichen 100mph Geschwindigkeitsrausch“, nachzulesen unter http://www.pokerrun-boltenhagen.de/
Quelle: BUND SN
Freitag, 22. Juli 2011
Gesundheitsgefährdung durch Dämmplatten
Asthma, Allergien - immer mehr Bewohner von stark gedämmten Häusern klagen über gesundheitliche Probleme durch steigenden Schimmelpilzbefall. Dennoch will die Bundesregierung die Dämmung von Miethäusern und Eigenheimen vorantreiben, um den Heizenergieverbrauch und die CO2-Emissionen zum Schutz des Klimas zu senken. Lt. Bericht der WELT ONLINE sieht die Situation in den USA ganz anders aus: Dort haben mehrere Bundesstaaten die Dämmung von Wohnimmobilien durch vorgefertigte Platten aus Polystyrol, Polyurethan, Glas- oder Steinwolle verboten - um die Gesundheit der Bewohner zu schützen
Weiterführende Informationen gibt es hier
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Dienstag, 19. Juli 2011
EU beschließt Vereinheitlichung von Lebensmitteletiketten
Die EU beschließt eine Neuverordnung zur Vereinheitlichung von Lebensmitteletiketten, die voraussichtlich Mitte November 2011 in Kraft tritt. Verbraucherfreundlicher wird die Deklaration von Lebensmitteln u.a. durch die verbesserte Kennzeichung von Allergen und Produktnachahmungen.
Quelle: aid.de
Weitere Informationen
Quelle: aid.de
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Mittwoch, 13. Juli 2011
Hummelsterben aufgrund Nahrungsmangel
Münster (SMS) Zurzeit melden sich beim städtischen Amt für Grünflächen und Umweltschutz immer wieder besorgte Bürgerinnen und Bürger, die unter den Linden im Stadtgebiet zahlreiche tote oder sterbende Hummeln entdeckt haben. "Viele Anrufer vermuten, dass die Tiere sich vergiftet haben. Das ist aber nicht der Fall", stellt Dirk Dreier vom Amt für Grünflächen und Umweltschutz klar. "Die Hummeln sind verhungert. Das Angebot an Nektar reicht nicht aus, um die Hummelvölker jetzt auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung zu ernähren."
Zahlreiche Arbeiterinnen und die für die Gründung neuer Völker so wichtigen Jungköniginnen sind geschlüpft und suchen in diesen Tagen in der näheren Umgebung ihrer Nester nach Nahrung. Diese finden sie jetzt fast nur noch in den Lindenblüten. Da die Bäume aber trotz reichlicher Nektarproduktion für die Fülle hungriger "Rüssel" nicht genügend Nahrung anbieten können, sterben viele erschöpfte Hummeln unter den blüten- und nektarreichen Linden.
In diesem Jahr ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt. Auch ist die Blütezeit der Pflanzen etwa 14 Tage früher als sonst üblich. Mit dem gleichen Problem haben auch die Honigbienen und somit auch die Imker zu kämpfen. Dr. Werner Mühlen vom Bieneninstitut der Landwirtschaftskammer NRW in Münster weist darauf hin, dass einzelne Völker bis zu einem Kilogramm Honig pro Tag aufbrauchen, wenn sie nicht mit einer Zuckerlösung gefüttert werden.
Abhilfe kann das vermehrte Anpflanzen von Linden schaffen, der spät blühenden Silberlinde kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Auch sollten in den Gärten mehr blühende Stauden wie zum Beispiel Lavendel, Rosmarin, Salbei, Baldrian, Ehrenpreis oder verschiedene Disteln angepflanzt werden, rät Dirk Dreier. Ein weiterer Tipp: Wenn zumindest ein Teil des Rasens etwas länger stehen bleibt, kommen Weißklee, Gänseblümchen oder Braunelle zur Blüte und bieten Nahrung für Hummeln und Bienen.
Quelle: Stadt Münster, Presse- und Informatinsamt
Zahlreiche Arbeiterinnen und die für die Gründung neuer Völker so wichtigen Jungköniginnen sind geschlüpft und suchen in diesen Tagen in der näheren Umgebung ihrer Nester nach Nahrung. Diese finden sie jetzt fast nur noch in den Lindenblüten. Da die Bäume aber trotz reichlicher Nektarproduktion für die Fülle hungriger "Rüssel" nicht genügend Nahrung anbieten können, sterben viele erschöpfte Hummeln unter den blüten- und nektarreichen Linden.
In diesem Jahr ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt. Auch ist die Blütezeit der Pflanzen etwa 14 Tage früher als sonst üblich. Mit dem gleichen Problem haben auch die Honigbienen und somit auch die Imker zu kämpfen. Dr. Werner Mühlen vom Bieneninstitut der Landwirtschaftskammer NRW in Münster weist darauf hin, dass einzelne Völker bis zu einem Kilogramm Honig pro Tag aufbrauchen, wenn sie nicht mit einer Zuckerlösung gefüttert werden.
Abhilfe kann das vermehrte Anpflanzen von Linden schaffen, der spät blühenden Silberlinde kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Auch sollten in den Gärten mehr blühende Stauden wie zum Beispiel Lavendel, Rosmarin, Salbei, Baldrian, Ehrenpreis oder verschiedene Disteln angepflanzt werden, rät Dirk Dreier. Ein weiterer Tipp: Wenn zumindest ein Teil des Rasens etwas länger stehen bleibt, kommen Weißklee, Gänseblümchen oder Braunelle zur Blüte und bieten Nahrung für Hummeln und Bienen.
Quelle: Stadt Münster, Presse- und Informatinsamt
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